Physiotherapie

Ziel der klassischen Physiotherapie ist die Wiederherstellung und der Erhalt der Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers im privaten und beruflichen Alltag nach Verletzungen, Operationen sowie bei akuten/chronischen Erkrankungen.

Jeder Mensch ist einzigartig, deshalb orientiere ich mich als Physiotherapeutin vor allem an den individuellen Bedürfnissen meiner Patient*innen. „Gesundheit“ verstehe ich als einen ganzheitlichen, steten sowie lebendigen Werdungs-Prozess, in dem sowohl der Körper in seiner Gesamtheit (Bewegungsapparat, Organsystem, Nerven-/Hormonsystem, Flüssigkeitssystem…) als auch die Einbindung meiner Patient*innen in ihr soziales Umfeld sowie ihre psychische Erfahrung die jeweilige Aufmerksamkeit erhalten sollen. Der*die Patient*in ist hierbei stets „Expert*in“ für sein*ihr eigenes Leben. Als Bewegungsexpertin verstehe ich mich als professionelle Begleiterin in der Therapie. Ein offener Dialog wie auch die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit in der Therapie ermöglichen es, Schritt für Schritt wieder in die Eigenermächtigung zu kommen und bestmögliche Selbstwirksamkeit als Patient*in zu erfahren.

Judith Rudman unterstützt einen Patienten bei aktiven Kräftigungsübungen für den Schulterbereich.

Was ist nun der physiotherapeutische Prozess?

In einem Erstgespräch (Anamnese) erfassen wir gemeinsam durch gezielte Fragen das jeweilige Hauptproblem sowie im Idealfall ein konkretes funktionelles (Bewegungs)Ziel für die Therapie. Dies ermöglicht es mir, ein umfassendes Bild über die Ausgangslage zu bekommen. Darauf aufbauend erfolgt dann eine strukturierte körperliche Untersuchung (Bewegungsanalyse, Beweglichkeits- und Krafttests, Nerventests,…), um den jeweiligen Ursachen des Hauptproblemes wie auch den vorhandenen Ressourcen mehr und mehr auf die Spur zu kommen. Zusatzinformationen aus ärztlichen Befunden wie Rönten, CT/MRT oder Labor können ebenfalls helfen, ein genaueres Bild über die Situation zu bekommen.

Die therapeutische Behandlung leitet sich aus den gewonnenen Informationen der Erstuntersuchung ab und ist ebenfalls, wie das Leben selbst, ein dynamischer Prozess. Das heißt, am Beginn jeder Therapieeinheit erhebe ich ebenfalls eine Kurzbefund: Ich frage Sie nach Ihrem tagesaktuellen Status, frage nach etwaigen Fortschritten/Veränderungen und passe die jeweiligen therapeutischen Maßnahmen bei Bedarf an, wenn ich den Eindruck habe, dass wir dadurch unserem Therapieziel längerfristig optimal näher kommen.

Physiotherapie ist mehr als „nur“ Massage… – physiotherapeutische Maßnahmen

Die Maßnahmen der Physiotherapie lassen sich grob in „aktive“ und „passive“ Maßnahmen untergliedern.

Mein größtes Augenmerk in der Therapie liegt vor allem in den „aktiven“ Maßnahmen, weil darin meiner Meinung nach auch das größte Entwicklungs- und Lernpotential für uns Menschen enthalten ist. Zu den aktiven Maßnahmen zählen vor allem gezielte therapeutische Bewegungs-, Dehnungs- und Kräftigungsübungen sowie Übungen, welche die Bewegungsgeschicklichkeit fördern. Auch gezieltes Ausdauertraining sowie Atem- und Entspannungsübungen lassen sich zu den aktiven Therapien zählen, weil hier der*die Patient*in selbst von innen heraus in Bewegung kommen darf. Meine Aufgabe besteht in der Auswahl der passenden Übungen sowie in der Anleitung und Korrektur während des Durchführens der Übungen. Diese Übungen sollten zu Hause in den Alltag regelmäßig integriert werden, um nachhaltige Effekte zu erzielen.

Zu den passiven Maßnahmen, die bei Bedarf unterstützend bzw. ergänzend zu den aktiven Maßnahmen eingesetzt werden, zählen beispielsweise spezielle Massagegriffe zur Beeinflussung des Körpergewebes (Muskeln, Faszien…), passive Bewegungen der Gelenke, spezielle manualtherapeutische Techniken und auch der gezielte Einsatz von Wärme bzw. Kälte.

Scroll to Top